Hier präsentiert sich der Verein mit neuer Webseite, mit neuen Zielen und vielen neuen Engagements.
Streitkultur statt Gewalt – warum B.I.S.S. Extremismus und Alltagsgewalt gemeinsam betrachtet
Einleitung
Gewalt entsteht selten aus dem Nichts. Sie beginnt oft früher: mit Verachtung, Einschüchterung, öffentlicher Bloßstellung, Gruppendruck und der Bereitschaft, andere Menschen nicht mehr als gleichwertig zu behandeln.
Das zeigt sich nicht nur im politischen Extremismus. Es zeigt sich auch auf Schulhöfen, in sozialen Medien, im öffentlichen Raum, bei Angriffen auf Einsatzkräfte, bei Messergewalt, bei Frauenfeindlichkeit, Antisemitismus, Schwulenfeindlichkeit und bei jeder Form von Hass, die Menschen zu Zielen macht.
Gewalt beginnt oft früher
Die bisherige Arbeit der Berliner Initiative sichere Stadt e.V. zeigt: Diese Phänomene sind unterschiedlich. Sie haben verschiedene Ursachen, verschiedene Milieus und verschiedene Erscheinungsformen. Aber sie folgen häufig ähnlichen Mechanismen.
- Es geht um Abwertung.
- Es geht um Einschüchterung.
- Es geht um Gruppendruck.
- Es geht um Gewaltverherrlichung.
- Es geht um digitale Hetze.
- Es geht um fehlende Grenzen.
- Und es geht um die gefährliche Bereitschaft, Gewalt für die eigene Sache zu rechtfertigen.
Gemeinsame Mechanismen von Gewalt und Extremismus
Nicht „rechts“ oder „links“ ist dabei das verbindende Problem. Eine Demokratie muss harte politische Meinungen aushalten können. Konservativ ist nicht rechtsextrem. Links ist nicht linksextrem. Kritik ist kein Hass. Widerspruch ist keine Gewalt.
Entscheidend ist die Methode.
Extremistisch wird es dort, wo Menschen eingeschüchtert, entmenschlicht, bedroht oder zum Schweigen gebracht werden sollen. Wo nicht mehr gestritten, sondern markiert wird. Wo der Gegner nicht mehr widerlegt, sondern vernichtet werden soll.
Haltung des B.I.S.S. e.V.
B.I.S.S. steht deshalb für einen klaren rechtsstaatlichen Ansatz:
Alles darf diskutiert werden.
Niemand darf bedroht werden.
Demokratie braucht Streitfähigkeit – aber keine Einschüchterung.
Gewalt ist keine Meinung.
Der Verein setzt sich für den Schutz der friedlichen Mehrheit ein: für Kinder und Jugendliche, die ohne Angst zur Schule gehen wollen; für Lehrkräfte, die unterrichten und nicht ständig deeskalieren müssen; für Frauen, jüdische Bürger, schwule und lesbische Menschen, Einsatzkräfte und alle Bürger, die im Alltag nicht bedroht, beleidigt oder angegriffen werden wollen.
Gewaltprävention ist deshalb mehr als Sicherheitsarbeit. Sie ist auch der Schutz einer freien und friedlichen Streitkultur. Denn wo Menschen nicht mehr offen sprechen können, entstehen Schweigen, Angst, Parallelwelten und Radikalisierung.
Gerade junge Menschen brauchen wieder Räume, in denen sie lernen, hart zu diskutieren, ohne zu hassen; Widerspruch auszuhalten, ohne zuzuschlagen; Provokationen zu erkennen, ohne sich von ihnen steuern zu lassen; und digitale Inszenierung von echter Stärke zu unterscheiden.
Leitgedanke
Die Berliner Initiative sichere Stadt e.V. bietet deshalb Informations- und Schulungsveranstaltungen zu Extremismus, Radikalisierungsmechanismen und Gewaltprävention an. Ein Schwerpunkt liegt auf Rechtsextremismus, seinen Symbolen, Codes, digitalen Verbreitungswegen und Gewaltbezügen. Zugleich ordnet B.I.S.S. diese Erscheinungen in eine breitere Entwicklung ein: den Verlust von Grenzen, Respekt, Streitfähigkeit und rechtsstaatlicher Handlungssicherheit.
Ziel ist keine politische Belehrung. Ziel ist Orientierung.
Wer Gewalt verhindern will, muss früh erkennen, wann aus Meinung Feindseligkeit wird, aus Provokation Einschüchterung und aus Gruppendruck Gewalt.
Der Leitgedanke von B.I.S.S. lautet:
Streit ist Demokratie.
Einschüchterung ist Extremismus.
Gewalt ist keine Meinung.
Dozent: Friedel Gromotka
Das Beiratsmitglied Friedel Gromotka von der Berliner Initiative sichere Stadt bringt jahrzehntelange Praxiserfahrung ein. Er war langjähriger Leiter eines Mobilen Einsatzkommandos zur operativen Bekämpfung des Rechtsextremismus bei der Berliner Polizei und Dozent an der Polizeiakademie für allgemeines Recht, Waffenrecht und das Thema Rechtsextremismus.